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Stressmanagement – die komplexe Herausforderung unserer Zeit

Die einen schieben es auf die fortschreitende Digitalisierung, die anderen auf die Menge an zu bewältigender Arbeit – sehr viele Menschen klagen über Stress und erkranken auch daran – was die steigenden Zahlen der Burnout-Erkrankten zeigen.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber, dass es nicht den einen Stressauslöser gibt, der die Menschheit geißelt. Unser aller Erfahrung ist doch, dass was der eine als belastend erlebt, den anderen ganz kalt lässt. Von Extremsituationen einmal abgesehen, hat das Gefühl von Stressbelastung nämlich die Wurzel in uns selbst – wie wir mit den Anforderungen des Lebens umgehen. Dies bedeutet, dass wir es selbst in der Hand haben, wie gestresst wir uns fühlen. In der Konsequenz erfordert das natürlich eine Auseinandersetzung mit uns selbst – um dann einen besseren – sprich gesünderen – Umgang mit Beanspruchung zu erlernen. Das Schöne daran ist aber, dass wir uns damit nicht mehr gefangen fühlen in einer Hilflosigkeit und einem Gefühl von Ausgeliefert-Sein an die äußeren Umstände.

Hilfreich für diese Auseinandersetzung ist das bewährte Modell der inneren Antreiber. Es stammt aus der Transaktionsanalyse und man kennt es seit langem aus der Psychotherapie. Es lässt sich aber wunderbar auch für die Analyse der individuellen Stressbewältigung anwenden. Die Antreiber sind innere Richtlinien, die wie dogmatische Überschriften über unserem Handeln und Fühlen stehen – oft durch eine frühe Prägung entstanden. Diese lauten beispielsweise: „sei perfekt“, „sei stark“, „sei gefällig“, „streng Dich an“ oder auch „beeile Dich“.

Wenn nun also jemand beispielsweise durch die inneren Antreiber „sei perfekt“ und „streng Dich an“ gesteuert wird, so wird er sich bis weit über seine eigentliche Leistungsgrenze hinaus fordern, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen – und alle wohlgemeinten Appelle aus dem Umfeld wie: „lass es doch gut sein“
oder „mach Dich mal locker“ werden ihn nicht erreichen. Dass dies zu einem hohen Gefühl von Stressbelastung führt, liegt auf der Hand.

Doch es gibt noch weitere eigene innere Stressförderer, die jede und jeder von uns in sich trägt, der immer wieder in ein Gefühl von Gestresst-sein verfällt.
Ob dies nun ein problematisches Zeitmanagement ist oder die Schwierigkeit, Dinge und Tätigkeiten zu priorisieren, oder auch der fehlende Ausgleich im Leben durch Genuss und Wohlgefühl, all dies kann zu einer Stressbelastung führen.

Häufig sind wir auch gestresst, weil wir über eine geringe Selbstsicherheit verfügen. Wenn ich mir im Innersten eigentlich nicht zutraue, was ich täglich tun muss, kommt schnell das Gefühl von Überforderung und ja – von Stress auf.

Was viele von uns beim Thema Stress nicht beachten und was aber ein häufiger Hintergrund bei erhöhter Stressbelastung ist, ist, wenn unser Arbeitsplatz nicht wirklich unseren Ressourcen, unseren Potenzialen oder unseren Werten entspricht. Und nachdem wir uns in unserem Leben immer wieder wandeln, kann es sein, dass ein Arbeitsplatz, der einmal stimmig war, im Laufe der Zeit nicht mehr zu dem passt, wo wir in unserem Leben hin wollen oder wie unsere Potenziale sich entwickelt haben – und wir reagieren mit Stressbelastung – bis hin zur Krankheit.

Welcher der mannigfaltigen Hintergründe hinter einer Stressbelastung auch steht – die Erforschung und dann vor allem die Lösung lohnt sich auf alle Fälle. Die gute Nachricht für heute: Das Ausmaß unserer Stressbelastung haben wir selber in der Hand.

Im nächsten Artikel lesen Sie, wie man gegen die eigenen Stressursachen vorgehen kann.

Autor

Christa Mesnaric

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